K5 Berlin 2017: 6/10 – Zusammenfassung und Kurz-Review

vom 22.6. bis 23.6.2017 fand die K5 Berlin 2017 statt. Für mich war es das erste Mal auf der Konferenz, die ja von vielen als eine – wenn nicht die – wichtigste Veranstaltung zur Zukunft der E-Commercer-Branche bezeichnet wird. Ich möchte meine Eindrücke von der K5 Berlin 2017 mit Euch teilen und dabei auf ein paar Aspekte eingehen, die mir wichtig waren. Wie gut ist die K5 Conference denn nun wirklich?

Begonnen hat für mich die diesjährige K5 am Donnerstag Mittag zur (zweiten) offiziellen Eröffnung. Mein Hauptaugenmerk lag auf den Vorträgen der Hauptbühne, da ich mir vor allem einen guten Überblick über die Themen und Gedanken der Branche zu Amazon & Co zu verschaffen. Die sogenannte Future Retail Stage wartete am ersten Tag mit einigem gleichlautenden Track zu aktuellen Trends und einem Track zu Marken und Hersteller in der Plattformwelt auf.

Jochen Krisch führte in die Veranstaltung ein, die sich dieses Jahr intensiv mit dem Thema Plattformökonomie und Marktplätze auseinander setzte. Die drei grundsätzlichen Handlungs-Strategien in einer Plattformökonomie waren auch das Auswahlkriterium für die folgenden Speaker. Es waren Firmen geladen die

  • Plattformen akzeptieren und intensiv bis hin zur Exklusivität nutzen (Chal-Tec, MW-Commerce)
  • Versuchen selbst zur Plattform zu werden (REWE digital)
  • Oder einen eigenen starken Kundenzugang aufzubauen und damit die Plattformen zu umgehen. (mymuesli)

Meine Notizen und Learnings zu den Vorträgen welche ich mir auf der K5 Berlin 2017 angehört habe werde ich in den nächsten Tagen schrittweise veröffentlichen. Doch zunächst eine ansatzweise Bewertung der gesamten Veranstaltung

Location & Staff

Das Hotel Estrel im Berliner Südosten im Stadtteil Neukölln ist eines der größten Hotels Europas und – auch wenn es von außen recht unansehnlich ist – für diese Form der Veranstaltung wie geschaffen. Eine zentrale Halle („K5 World“) bot genug Platz für Messestände, Verpflegung und Networking. Daran schlossen sich die Durchgänge zu mehreren Stages an. Bei der grundsätzlichen Organisation der Abläufe und Austattung der Location merkt, dass man es hier mit absoluten Profis zutun hat. Es war stets genug freundliches Personal vorhanden, sämtliche Abläufe die ich erlebt habe verliefen reibungslos. Kleiner Abzug aufgrund der gänzlichen Abwesenheit von Tageslicht in den Räumen. 8/10 Punkte

Verpflegung:

Überraschend war die Vielfalt der angebotenen Mahlzeiten und Snacks. Über Salate to go, Räucherachs und -schinken-Stände, über Flammkuchen, Burger, Suppen, exotisches Obst u.v.m. wurde die K5 Berlin 2017 fast auch zum kulinarischen. Die zahlreichen Besucher wurden stets fündig und kamen sich in den Stoßzeiten nicht in die Quere – viele dezentrale Stände waren eine sehr angenehme Lösung. 9/10 Punkte

People / Networking und Atmosphäre

Die Atmosphäre war durchweg locker und entspannt. Ich hatte den Eindruck, dass viele der Leute öfters auf der K5 sind und vor allem alte Verbindungen auffrischen – und natürlich auch neue Kontakt knüpften. Trotz Expo (K5 World) und der Anwesenheit zahlreicher Dienstleister, hatte ich selten das Gefühl auf einer reinen Sales-Veranstaltung zu sein. Doch sprach ich auch mit einigen, die vor allem an den Vorträgen auf den kleinen Stages Kritik übten: Zu Dienstleisterlastig, zu viel Sales auf der Bühne. Der tatsächliche Mehrwert oder echte Insights bleiben dann natürlich auf der Strecke.  8/10 Punkte

Shop-usability-Award & K5 Party

Den SUA habe ich aus mangelndem Interesse nicht besucht, somit konnte ich die Zeit bis zum Beginn der anschließenden Party dem vollen Postfach widmen. Die Stimmung auf der Party entwickelte sich ausgelassen und die Bar hatte von Start bis Ende alle Hände voll zu tun, Bier, Wein und Gin-Tonic über den Tresen zu reichen. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb fand ich die Party mäßig – richtig Kontakte geknüpft oder ein fachlich sinnvoller Austausch fand meist vor dem Party-Raum statt im ungemütlichen Foyer bei den Garderoben statt. Klar ist das nicht unbedingt das Ziel einer solchen Party, aber der Aspekt wurde irgendwie schlicht vergessen, daher war Abzüge in der B-Note. 6/10 Punkte für die Party

Speaker

Die Speaker waren meist interessant und verstanden es auch, die Inhalte gut zu präsentieren. Stark waren insbesondere die klassischen Vorträge mit Slides. Heraussragend war schlicht und ergreifend die Keynote von Max Wittrock Co-Founder & CEO, von mymuesli zu „Erfahrungen und Learnings aus 10 Jahren Mymuesli“. Exzellenter Vortrag, und die Leute hingen an seinen Lippen. 8/10 Punkte

Themen & Inhalte der Vorträge

Die konkreten Inhalte waren trotz des klaren Fokus auf Plattform ökonomie bei der K5 Berlin 2017 sehr abwechslungsreich und gaben dadurch unterschiedliche Einblicke in verschiedenste Firmen. Von der Firmengeschichte und Storytelling (mymuesli) über verschiedene Herausforderungen, der sich die Fashion-Branche stellt (Breuninger, Lesara, Marc O’Polo), bis hin zu neueren Geschäftsmodellen in der Plattformökonomie (HeyPaula, KW-Commerce, Chal-Tec) wurde aus meiner Sicht ein absolut relevantes Set an Themen und Fragestellungen abgehakt. Leider fehlte bei einigen Themen der Tiefgang (dazu auch der folgende Abschnitt) wobei dann kein echter Mehrwert entstand: Wer relevante Blogs oder Pressveröffentlichung verfolgt nahm bei einigen Vorträgen nahezu nichts Neues mit. 6/10 Punkte

Formate und Moderation

Hier sehe ich das größte Manko an der K5 Berlin 2017: Die Moderation war grundsätzlich nicht gut – insbesondere Formate die auf ein Zwiegespräch zwischen Krisch und Speaker (K5 Talks) ausgelegt waren kamen nicht richtig in Fahrt und entwickelten keine Dynamik: Es wirkte oft alles sehr abgelesen und hölzern. Dadruch erlangten die Programmpunkte auch nicht den Tiefgang, den ich mir von der Überschrift versprochen hätte. Das war vor allem das Problem des zweiten Tages – die Talks mit Shopapotheke oder Best Secret waren richtig einschläfernd. 4/10 Punkte

Alles in Allem eine gute, aber keine sehr gute Veranstaltung. Ob ich mir nächstes Mal wieder beide Tage gebe, weiß ich nicht. Fazit: 6/10 Punkten

2 Kommentare:

  1. Habe das ganze ziemlich ähnlich erlebt, die Organisation des gesamten Events an sich war wirklich gut und unproblematisch. Location war gut gewählt und obwohl es schon manchmal unangenehm war als Händler zwischen den Ständen her zu laufen ohne immer gleich von allen Seiten angequatscht zu werden .
    Das mag aber auch einfach mir persönlich anders gehen als anderen!

    Bezüglich der Vorträge: Grundsätzlich wirklich viel Licht und Schatten, OMR: State of the german internet habe ich dann nun das dritte mal gennau in der Form gehört. Ich hatte noch die Hoffnung das sich bei der K5 da noch mal inhaltlich was ändert aber eher nicht.
    Die Vorstellungen der Geschäftsführer war im Grunde eine zunehmende Eigenwerbung für Produkt und Firma. Was ich aus Sicht der Firma total verstehe aber das Notizbuch hätte ich tatsächlich auch einfach zu hause lassen können.
    Für mich ist das schön die CEOs und Co zu sehen und einen Eindruck zu bekommen, liegt aber vielleicht auch an meinem grundsätzlichen Interesse an den Themen.

    Meine Highlights waren wohl:
    – mymuesli (auch wenn es hier auch nichts zum notieren gab, es war zumindest unnterhaltsam)
    – OMR Live Podcast, hätte ich ansonsten eh angehört 🙂
    – Amazon (Ver-)Handlungsstrategien – Good vs. Bad, ist wohl am Ende die einzige Präsentation über die ich mich wirklich freuen würde

    Ansonsten ja, den Shop Usability Award kann man sich aus unterschiedlichen Gründen wohl sparen. Nachdem ich initial dort noch zugeguckt habe, kam dann aber Aufgrund der Location für mich auch schnell der Entschluss das die Party eher so mäßig für Networking geeignet war. Beim gehen ist mir dann auch die Traube an Leuten in der Lobby aufgefallen was natürlich ziemlich schade ist.
    Da hätte man ja fast überlegen können den EXPO Bereich um eine Bar zu erweitern und zum Abschluss noch mal mehr Sitzgelegenheiten aufzubauen.

    Overall denke ich schon das man sich auch im nächsten Jahr hier ganz gut treffen kann. Die Preise sind ja im Moment auch noch sehr human :).

    Vielleicht sollte man auch noch im Kopf haben das sicherlich nicht nur Experten anwesend waren und der ein oder andere durch die oberflächlichen Einblicke schon ganz gut abgeholt worden ist. Mag vielleicht auch ein Argument sein für mehr Meetups oder andere Formate wo ein intensiverer Austausch über ein Thema möglich ist ohne der breiten Massen gefallen zu müssen.

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